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Erstellungsdatum: 10. Jannuar 2015, 00:00 Uhr


Autor: Fritz Peterka

Unterwegs auf den großen österr. WW 01 bis 10

 

Am Zentralalpenweg 02

 

 

Vorgeschmack auf die Hohen Wege in den Tauern oder Ötztaler Alpen gibt die 02-Etappe über das Rennfeld: viele Stunden unterwegs, beeindruckende Ausblicker, aber auch Ausgesetztheit dem Wetter...
 

Am Nord-Süd-Weg 05

 

Am Großen Speikkogel, Bild: Schmid

 

Wanderleiter Hans Schmid war in einem Schönwetterfenster des vorjährigen Regensommers von Bruck/Mur bis Eibiswald am WW 05 unterwegs: "Kein Regentag, tolle Sicht!"

 

Zuletzt erhielt der ÖFS folgenden Beitrag:

 

Jürgen Lauss

Auf dem Nord-Süd-Weg unterwegs

Da ich mein Ziel, alle 10 österreichischen Weitwanderwege komplett zu begehen, noch nicht erreicht habe, nutzte ich Mitte Mai 2015 ein paar freie Tage, um auf dem 05-Weg wieder einige Etappen zu wandern. Aus der Erfahrung der bisher acht komplett absolvierten Wege wusste ich, dass ich zu dieser Zeit keine Hochgebirgstouren gehen konnte. Deshalb setzte ich den NSWW von Melk in südlicher Richtung fort.

Da ich mit dem Auto eine längere Anreise hatte, konnte ich am ersten Tag erst gegen 14.00 Uhr starten. Das Wetter war gut, die Motivation groß und so ging es forsch los in Richtung St. Leonhard a.F. Dank der Wanderkarte und der guten Markierung erreichte ich schon gegen 16.00 Uhr den Ort. Hier musste ich leider schon Quartier beziehen, da es auf den nächsten Kilometern keine Nächtigungsmöglichkeit gab. Die Kontrollpunkte unterwegs waren auch nicht mehr vorhanden.

Ich muss zugeben, dass mein 05-Führer aus dem Jahr 1989 auch nicht mehr ganz aktuell ist. Ich habe aber trotzdem fleißig gestempelt, wenn es auch in anderen Gasthäusern war. Gern wäre ich noch etwa drei Stunden weiter gewandert, aber im Wald schlafen wollte ich auch nicht. Also blieb mir keine andere Wahl, als in St. Leonhard zu nächtigen. Am nächsten Tag ging es dann beizeiten los. Die Wegfindung war mit Karte und Markierung kein Problem, wenngleich kleine Wegstücke inzwischen geändert waren. Aber ich bemerkte auch hier schon wieder ein Problem: die Versorgung. Was man nicht im Rucksack hat, hat man eben nicht: Kein Geschäft oder Gasthof war an der Strecke, wo man etwas zu trinken kaufen konnte.

Die als Kontrollstelle genannte Jugendherberge Bauernhof Leeb war einsam und verlassen. Es gab aber wenigstens einen Stempelkasten mit dem 05-Stempel. Eine Erfrischung war nicht möglich. Das Wetter meinte es auch gut und ich hätte mich über ein Getränk schon sehr gefreut. Aber so hieß es nur weitergehen. In Plankenstein soll es ja was geben…

Den steilen Anstieg durch den Wald habe ich auch geschafft und marschierte erst einmal an der Burggaststätte vorbei, denn die Kontrollstelle sollte ja auch in einem Gasthaus sein. Ich kannte sie noch von der Begehung des 04-Weges im Jahr 1993. Aber falsch gedacht, das Gasthaus ist schon längere Zeit geschlossen und demzufolge weder Labe- noch Kontrollstelle. Also wieder zurück zur Burg, wo ich endlich in der dortigen Gaststätte des Romantik Hotels etwas zu trinken und zu essen bekam. Hier konnte ich auch stempeln. Von St. Leonhard bis Plankenstein gibt es weder eine Möglichkeit zu nächtigen, noch Essen oder Getränke zu kaufen. Da es erst Mittag war, ging es nun weiter über den Rainstein nach St. Anton a. d. Jeßnitz. Hier suchte ich ein Gasthaus zur Übernachtung, aber die Mitarbeiterinnen im Rathaus teilten mir mit, dass sämtliche Gasthäuser im Ort keine Zimmer haben. Man wollte mich zu einem nur wenige Kilometer entfernten Hotel schicken. Die Karte sagte mir aber, dass diese Entfernungsangabe weit untertrieben war und es außerdem die für mich völlig falsche Richtung war. Also erst einmal Durst löschen und weiter fragen (Privatzimmer?).

Im Gasthaus "D' Jeßnitzaler Stub'n" fand ich eine sehr freundliche Wirtin, die zwar keine Zimmer hatte, aber Rat wusste. Sie empfahl mir, zum Hochbärneckhaus aufzusteigen. Prinzipiell hatte ich nichts dagegen, aber war dort auch geöffnet? Ein Anruf der Wirtin brachte Gewissheit: nein, es war Ruhetag. Aber die noch nettere Wirtin des Almhauses versprach mir, in zwei Stunden etwa oben zu sein und mich aufzunehmen, denn sie sei noch unterwegs und könne nicht eher oben sein.

Ich war ja nun auch kein Rennläufer und zwei Stunden brauchte ich auch hinauf. Kurz vorm Ziel überholte mich die Wirtin und wollte mich mitnehmen, was ich dankend ablehnte - es wäre ja Betrug. Nur meinen Rucksack gab ich ihr mit. Oben angekommen bekam ich mein Zimmer und sogar ein Abendessen nach Wahl aus der Karte! Herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle!

Ein Bierchen am Abend und eine nette Unterhaltung beim Essen war der krönende Abschluss des Tages. Sie fragte mich dann noch, ob ich Angst hätte, hier oben allein zu nächtigen, denn sie wohne ja unten in St. Anton. Da dies nicht der Fall war, bekam ich den Hausschlüssel und weg war sie. Zum Frühstück kam am nächsten Morgen eine Angestellte. Ich wanderte dann weiter hinab ins Erlauftal zur Schindlhütte - aber auch hier hatte ich Pech: geschlossen wegen Wirteversammlung. Weiter ging es nach Lackenhof zum Gasthaus Digruber. Das war die erste Kontrollstelle, die mit meinem Führerbuch übereinstimmte und noch existierte. Allerdings hatte man dort keinen Original NSWW-Stempel, aber egal. Ein Anruf zum Ötscherhaus (ich war ja nun vorsichtig geworden) brachte mir die Info, dass es zwar geschlossen sei, aber jemand sei da und ich bekäme Getränke, ich solle nur unten klingeln. Als ich das dann tat, reagierte niemand - die Klingel war defekt. Aber ein ankommender Bekannter der Wirtin telefonierte schnell, und schon kam die Wirtin und öffnete.

Meine Frage, ob das Terzerhaus geöffnet sei und ich dort übernachten könne, bejahte sie. Da könne ich auf jeden Fall nächtigen, da sei immer wer da. Also wanderte ich frohen Mutes im Regen los. Gegen 19.00 Uhr kam ich am Terzerhaus an. Das einzige Lebewesen dort war aber eine einsame Gemse. Dass eine Alpenvereinshütte geschlossen war, konnte ich mir nicht vorstellen, aber so war es nun mal.

Inzwischen weiß ich auch, dass es keine AV-Hütte mehr ist, sondern inzwischen abgerissen und neu gebaut wurde - natürlich privat. Ich sah von dort oben Mariazell liegen, und da ich nicht ohne Nahrung im geöffneten Winterraum schlafen wollte, marschierte ich zielstrebig los. In Mariazell war ich mir sicher, ein Bett zu finden, was mir auch gelang. Das nächste Tagesziel sollte das Graf Meran Haus auf der Hohen Veitsch und dann Seewiesen sein. Aber das Graf Meran Haus ist im Mai nur am Wochenende geöffnet, und dort gibt es weit und breit keine Alternative. So musste ich meine Tour vorzeitig beenden. Schade.

Mein Fazit: Der Mai ist zwar wettermäßig schon eine gute Wanderzeit für nicht hochalpine Wegstrecken, aber immer wieder stößt man auf Nächtigungsprobleme, da in vielen Orten die Gasthäuser geschlossen sind und Berghütten nur am Wochenende bewirtschaftet werden. Weitwanderwege kann man offenbar nur noch im Juli / August begehen, wenn Berghütten durchgehend geöffnet sind. Das Begehen von "Flachlandstücken" ohne Berghütten wird immer problematischer, weil die gastronomische Infrastruktur im ländlichen Bereich stark nachgelassen hat.

Ein anderes Fazit betrifft die Kontrollstellen: Viele Kontrollstellen gibt es nicht mehr und ein aktualisiertes Verzeichnis im Internet auch nicht. Dies hatte ich bereits 2013 auf dem Abschnitt Nebelstein – Melk beobachten müssen. Wenn man keinen Wert auf die Originalstempel NSWW legt, stempelt man einfach nach Gelegenheit. Man wandert ja eh für sich und nicht für Kontrollvereine.

Im Nachhinein habe ich versucht, mich im Internet kundig zu machen. Dabei bin ich auf die Seite der ÖAV-Sektion Weitwanderer gestoßen. Es folgte ein interessanter und so nicht geplanter Disput mit dem Verantwortlichen, Herrn Käfer. Anfangs lief alles noch freundlich ab, der Ton veränderte sich aber schnell, als ich konkrete und offenbar unangenehme Fragen stellte. Vom "Lieber Herr Lauss" ging es dann zum "Sehr geehrter Herr Lauss" und endete in der letzten Mail mit dem Gruß "Mit noch freundlichen Grüßen". Die Frage, warum man nicht auf der Internetseite ein aktuelles Kontrollstellenverzeichnis veröffentlicht, wurde mir bis heute nicht beantwortet. Man teilte mir mit, ich könne ja einen jährlich neu erscheinenden aktuellen Führer kaufen, dann hätte ich die aktuellen KP's. Da ich den Weg aus zeitlichen Gründen nicht in einem Jahr abwandern kann, müsste ich also jedesmal einen neuen Führer kaufen. Macht das Sinn? Weiterhin bekam ich die Info, dass das Terzerhaus ganzjährig geöffnet sei und das Graf Meran Haus von Mai bis Oktober. Das stimmt so nicht, denn ich habe es anders erlebt. Ganzjährig heißt für mich auch täglich und nicht nur am Wochenende. Ich kann ja nicht immer von Montag bis Freitag eine Pause einlegen.

Interessant war dann die Äußerung "…da wir über 10 Weitwanderwege mit 7700 km betreuen und es daher eine große Menge an Kontrollstellen gibt ..."

Ich werte diese Aussage so, dass es viel Arbeit macht, all diese Wege zu betreuen. Dem stimme ich voll und ganz zu. Nur ließe sich eine Änderung einer Kontrolle im Internet wesentlich schneller, aktueller und kostengünstiger erledigen. Auf meine Frage, warum man denn unbedingt alle 10 Weitwanderwege in Betreuung haben wollte bekam ich auch keine Antwort. Herr Käfer reagierte da sehr gereizt. Ich erwähnte den Zentralalpenweg, der ja früher in Wienerland-Betreuung war und der ja nun auch in der Betreuung der Sektion Weitwanderer ist. Auch finde ich es interessant, dass es einen kostengünstigen 02-Führer von Herrn Peterka gibt (seit Bestehen des Weges und immer wieder aktualisiert) und nun 3 Bände eines Führers von Herrn und Frau Käfer sowie Herrn Eigenthaler, die zusammen deutlich mehr kosten. Auf mehrfacher Frage, wie es dazu kam, dass den Zentralalpenweg nun die Sektion Weitwanderer betreut, bekam ich zunächst keine und dann die Antwort "Das ist eine lange Geschichte - dazu fragen Sie am besten beim Hauptverein des Österreichischen Alpenvereins in Innsbruck nach!" Mein Eindruck ist, dass man mit der optimalen Betreuung der Weitwanderwege, vor allem aber bei der Nutzung der heute üblichen modernen Kommunikationsmöglichkeiten wie Internet bei der Sektion Weitwanderer etwas überfordert ist - dies aber nicht eingestehen will. Aus Gründen der Selbstdarstellung möchte man offenbar alle Wege haben, egal, ob man sich damit übernimmt oder nicht.

Ich werde auch weiterhin unter den heutigen erschwerten Umständen versuchen, die restlichen Wege 05 (Mariazell - Eibsiwald) und 10 (Berchtesgaden - Techendorf) erfolgreich zu erwandern. Dazu werde ich auch meine inzwischen veralteten Wanderführer weiter benutzen und keine neuen kaufen.

J. Lauss

 

 

Am Mariazeller Weg 06

 


 

Was wurde aus dem Mariazellerweg im Waldviertel?

Mit Wienerland und dem ÖFS konnte man im Herbst 2014 vom Nebelstein bis Rosenburg / Droß, im Sommer 2015 von Rosenburg bis Mariazell wandern. Bereits der erste Abschnitt war Anlass für Klagen – so waren Markierung und Beschilderung vor Rosenau, der Weg am Rande des Kamp-Steilufers und der Weg vor Droß äußerst dürftig bezeichnet und erschwert begehbar. Waldviertel Tourismus wurde dahingehend informiert, Abhilfe versprochen.

Auf das Versprechen bauend, begannen wir den Weg nach Droß: von Verbesserungen keine Spur – ohne Bundesamtskarte ist der Weg Rosenburg – Senftenberg kaum zu finden! Eine (negative) Steigerung gab es beim Abstieg von Droß nach Senftenberg: Hier landet man in einem Steinbruch, der Weiterweg war nur durch Zufall im meterhohen Gestrüpp zu finden.

Schade um die Chancen für das Weitwandern und Pilgern im Waldviertel!

 

Die Meldung von Ende November 2014:

"Eine Wienerland-Gruppe war im Rahmen der ÖFS-Sportwanderserie 2014 im Spätherbst am Nö. Mariazellerweg im Waldviertel unterwegs. Schade, dass der Weg stellenweise in einem katatrophalen Zustand ist. Waldviertel Tourismus kümmert sich bereits um die Schwachstellen!"

 

Gern bringen wir auch Ihre Erlebnisse auf den großen österr. Weitwanderwegen.

Leider treten die großen Wege 01 - 10 durch den Rad-und Pilgerwegboom immer mehr in den Hintergrund...