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Erstellungsdatum: 05. Dezember 2016, 14:33 Uhr


Autor: Fritz Peterka

Jakobsweg-Pilgerausweise "Credenciales"

 

 

 

Informationen zu den Jakobsweg-Pilgerausweisen "Credenciales'' (Übersetzung G. Wiedemer des Grundtextes)

 

L. Perez Lopez

Beauftragter des Büros für den Pilger-Empfang in Santiago de Compostella

 

Geschätzte FreundInnen,

 

in erster Linie möchte ich allen Personen für die Zusammenarbeit danken, die es möglich machen, so viele Pilger auf allen Jakobswegen aufzunehmen und ihnen zu helfen.

Wie die meisten von Ihnen wissen, ist es notwendig, beim Thema „Credenciales" für alle eine einheitliche Norm zu finden. So haben es viele Gesellschaften und andere Institutionen, die Pilgerausweise ausstellen, deutlich kundgetan.

Wir haben uns mit sehr vielen Personen beraten und sie um ihre Meinung gefragt, und der klaren Mehrheit erschien diese Maßnahme gut. Das Domkapitel hat die einheitliche Norm angenommen und Herrn Erzbischof um sein Votum gebeten. Ich habe die Ehre, im Namen des Erzbischofs und des Metropolitan-Kapitels Ihnen folgende Note mitzuteilen.

Ich nutze die Gelegenheit, Ihnen gesegnete und glückliche Weihnachten zu wünschen. Möge das Jubeljahr der Barmherzigkeit die Türen der Brüderlichkeit öffnen und Liebe und Frieden in allen Herzen.

 

Segundo L. Perez Lopez, Beauftragter des Büros für den Pilger-Empfang der Kathedrale von

Santiago

 

Note des Kathedral-Kapitels Santiago an die Vereinigungen und anderen Institutionen, die Credenciales ausgeben an Pilger auf dem Jakobsweg

 

Durch einen weitreichenden Dialog mit vielen Ämtern, die Credenciales ausgeben, und auf verschiedene Bitten aus deren Reihen, wird es nötig, ein Thema anzusprechen, das das Erscheinungsbild des Camino und der Pilgerschaft ernstlich mitbestimmt.

Aktuell kommen bei uns mehr als 25 Modelle von "Credencial" auf den Tisch mit Preisen von

„kostenlos" bis 20 Euro in manchen Fällen. Man hat sie sogar im Internet zu verkaufen versucht. Die seelsorgerliche Aufnahme, die tadellose Aufmerksamkeit und die

Unentgeltlichkeit müssen die grundlegenden Ziele unserer Präsenz auf dem Camino und am

Ziel der Pilgerschaft bleiben.

Die Kathedrale von Santiago hat ihr eigenes eingetragenes Credencial, und das muss als das einzige gültige betrachtet werden, und sein Preis für den Pilger kann 2 Euro nicht überschreiten. Die Vergabe des Credencials kann nicht an den Kriterien des Handels oder des Profits orientiert werden. Wenn es Überschüsse gibt, die notwendigerweise sehr bescheiden sein werden nach dem zu verwirklichenden Modell, sollen diese immer zu besseren Service-Bedingungen für die Pilger verwendet werden.

Wenn irgendeine Gruppe oder ein Amt das Credencial individuell gestalten will, ist es möglich, einen Raum frei zu lassen und im Einvernehmen mit dem Pilgerbüro in Santiago einen kurzen Text einzufügen, der dem christlichen Sinn der Pilgerschaft nicht widerspricht, sondern ihn im Gegenteil unterstreicht. Das Büro der Kathedrale wird diesen Text aufdrucken lassen.

Mit dem Ziel, Vorurteile gegen jene Ämter zu vermeiden, die Credenciales ausgeben, wird eine Schonfrist erlaubt, bis die gleichen Credenciales einzuführen sind: bis zum 1. April 2016. Ab diesem Datum werden nur noch die offiziellen Credenciales des Pilgerbüros von Santiago als Bedingung für die Ausgabe der „Compostela" zugelassen.

Die ausländischen Vereinigungen werden sich nach einer speziellen Abmachung richten. Alle anderen Vereinbarungen und Gebräuche werden geprüft (ausgewertet), mit den Interessenten neu verhandelt, und so wird man in Zukunft verfahren.

Das Pilgerbüro alle Tage im Jahr offen zu halten, bedeutet für die Kathedrale keinen geringen Aufwand, aber das Domkapitel möchte sich der pastoralen Aufgabe nicht verweigern (Empfang und Anhören der Pilger), die sie für wesentlich erachtet in einer Zeit, in der sich die gesamte Kirche auf dem Gebiet der Neu-Evangelisierung engagiert. Es kann gar nicht anders sein, als dass diese Sache uns nötigt, jede Form von Missbrauch gegenüber dem Pilger zu vermeiden. Dieser wäre, von der Entstehung bis zur letzten Instanz – egal wer ihn verursacht hat – eine Schande für die Kirche. Die Kathedrale von Santiago ermutigt und bestärkt das Pilgerbüro – und das ist der feste Vorsatz des Metropolitan Kapitels, seines Verantwortlichen – die pastorale Arbeit nicht zu verweigern, deren Sinn das Pilgerbüro ist, sondem sie unentgeltlich anzubieten oder aber mit geringstmöglichen Kosten für die Pilger; am besten für eine „symbolische Gebühr".

Die Gesellschaften und Verehrer des Hl. Jakobus werden herzlich eingeladen, bei der Aufrechterhaltung des Pilgerbüros mitzuhelfen, damit es niemand verborgen bleibt und es zur Ehre der Kathedrale gereicht.

 

Kontakte

oficinadelperegrino.@catedraldesantiago.es

 

Santiago de Compostela, November 2015